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Die Geschichte des Bauernverbandes

Am 26. Juli 1946 erfolgt die Gründung des „Saarländischen Bauernverein“ in Saarlouis.

Am 1. Februar 1947 wurde Diplom-Landwirt Meiers mit der Hauptgeschäftsführung und im besonderen mit der Vorbereitung der Gründungsversammlung des Bauernvereins beauftragt.

Am 18. Februar 1947 wurde in einem Schreiben der Militärregierung die Herausgabe einer Bauernzeitung mit dem Titel „Saarländisches Bauernblatt“ befristet erlaubt. Jede einzelne Ausgabe der Zeitschrift war der Militärregierung 48 Stunden vor Drucklegung zur Zensur vorzulegen.

Ende 1949 hatte der Saarländische Bauernverein über 5.000 Mitglieder, und schon ein Jahr später hatte sich die Mitgliederzahl verdoppelt.

Am 1. April 1948 trat die französisch-saarländische Zollunion in Kraft, welche die ungehinderte Einfuhr französischer Landwirtschaftsprodukte verhinderte. Von nun an konnte es mit der saarländischen Landwirtschaft aufwärts gehen.

Im Jahr 1953 wurde der „Landjugendbund Saar“ gegründet, dessen Geschäfte seit der Gründung von Mitarbeitern des Bauernverbands Saar miterledigt werden.

Die Pflicht-Altersversicherung für Landwirte wurde 1954 eingeführt. Durch eine Vertragsvereinbarung zwischen der Berufsorganisation und der Abteilung Krankenversicherung in der LVA (heute AOK) wurde der freiwillige Beitritt von Landwirten und ihren Familienangehörigen in eine gesetzliche Krankenversicherung ermöglicht.

Bei der Volksabstimmung zum Saarstatut im Jahr 1955 verhielt sich die bäuerliche Berufsorganisation gemäß eines Beschlusses des Landesvorstands neutral. Nach der Volksabstimmung kam es jedoch zu Neuwahlen, sowohl im Landesvorstand als auch in den Kreisen. Peter Schneider aus Dagstuhl wurde neuer Landesvorsitzender, der im gleichen Jahr jedoch sein Amt an Hermann Steitz aus Websweiler abtrat.

In einer Generalversammlung am 22. Februar 1956 wurde eine neue Satzung verabschiedet, und der „Saarländische Bauernverein e.V.“ wurde in den „Bauernverband Saar e.V.“ umbenannt. Im Oktober dieses Jahres trat man dem Deutschen Bauernverband (DBV) bei. Durch den Beitritt wurde eine kontinuierliche Fortentwicklung des Verbands und vor allem Einflussnahme auf Agrarbeschlüsse der Bundesregierung und des Parlaments gewährleistet.

Die ersten Jahre nach der Wiedereingliederung des Saarlands waren durch harte Verhandlungen mit der Bundesregierung gekennzeichnet. Die Erhaltung des sozialen Besitzstandes sowie die Einfuhren französischer Agrargüter im Rahmen des Saarvertrages waren die Hauptthemen. Doch erst im Jahr 1963 wurde der Durchbruch in der Anpassung der landwirtschaftlichen Sozialpolitik erzielt. Ein Sozialversicherungs-Angleichungsgesetz Saar sicherte den Erhalt der vom Bauernverband Saar erreichten sozialen Errungenschaften.

Die Verkürzung der Übergangszeit für die Vereinheitlichung der Preise in der EG brachte in den Jahren 1967 bis 1970 die ersten massiven Protestmaßnahmen des DBV und seiner Landesverbände. Eine Reihe von Großdemonstrationen wurden auch an der Saar durchgeführt.

In den Jahren 1960 bis 1980 wurde im Saarland mit Vehemenz die Verbesserung der Agrarstruktur voran getrieben. Es wurden fast 400 Aussiedlungsverfahren durchgeführt, zahllose Anliegersiedlungen wurden gefördert. Die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe nahm deutlich ab.

Im April 1974 wählte zum ersten mal eine Deligiertenversammlung den Verbandspräsidenten. Hermann Steitz legte sein Amt nach 19-jähriger Amtszeit nieder. Viktor Klein aus Ballern trat das Amt des Präsidenten an.

Die Jahre 1970 bis 1980 brachten auf EG-Ebene einen massiven Widerstand gegen Preiskürzungs- und Mengenbeschränkungspläne, der sich in zahlreichen Protestveranstaltungen mit Beteiligung des saarländischen Bauernverbands manifestierte.

Aufgrund der großen Trockenheit im Jahre 1976 und einer daraus bedingten Futterknappheit, kam es zu einer Solidaritätsaktion des Niedersächsischen Landvolks gegenüber den saarländischen Bauern. Es wurden 480 Waggons Futterstroh ins Saarland gebracht, Dürredarlehn gewährt, die Transportkosten übernommen, Bundeswehr (in Niedersachsen) und französische Soldaten (im Saarland) übernahmen den Transport zu und von den Bahnstationen.

Eine Klausurtagung des Präsidiums des Deutschen Bauernverbands fand 1976 in Saarbrücken statt. Es wurde ein Entschluss zur Einführung einer Milchkontingentierung gefasst. Er ging als „Saarbrücker Erklärung“ in die agrarpolitische Diskussion ein und war wegweisend für die Einführung im Jahr 1984.

Nach Einführung der Kontingentierung trat eine grundlegende Änderung der Milcherzeugung ein. Sehr schnell wurde den Landwirten klar, dass die Milchquote einen Vermögenswert darstellt. Dies bewirkte einen neuen Strukturschub. Auslaufende- und Nebenerwerbsbetriebe gaben die Milchproduktion auf und verpachteten ihre Milchquote zur Aufbesserung des Altersruhegeldes.

Die Schrumpfung der Landwirtschaft im Saarland, die Zusammenfassung der Landwirtschaftsproduktion in immer weniger Betriebe, zwangen den Bauernverband schließlich im Jahre 1992 zu einer Kooperation mit der Rheinischen Bauernzeitung. Zum Jahresende wurde die Herausgabe des „Saarländischen Bauernblatts“ eingestellt, ebenso wie die des „Saarländischen Bauernkalenders“.

Seit 1992 bis heute ist Hans Lauer der Geschäftsführer des BVS.

Der Verband wandte sich seit Beginn der 90iger Jahre, zusätzlich zu den bisherigen Tätigkeiten, Vermarktungsfragen zu. Mit Unterstützung der amtlichen landwirtschaftlichen Stellen wie Landwirtschaftskammer und der Landesregierung wurden neue Wege in der Vermarktung von Veredlungsprodukten gesucht und gefunden. Mit der Bewerbung des Herkunftszertifikats „Vom Saarlandwirt“ wurde 1995 ein weiterer Schritt getan.

1999 legte Ökonomierat Viktor Klein aus gesundheitlichen Gründen nach 25 Jahren sein Amt nieder. Seit dem 10.November 1999 ist Klaus Fontaine aus Saarwellingen-Reisbach der Präsident des BVS.

Mitte 2000 wurde die Buchstelle vom Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd übernommen. Sie verblieb im Gebäude und die Übernahme der Klienten erfolgte gleitend.

2003 fand die EU-Agrarreform statt. Es erfolgte die Entkopplung und eine Umstellung der Produktionsbezuschussung hin zur Flächenprämie. Es ist ein Erfolg für den saarländischen Bauernverband, dass die seit 1992 erfolgte Reform durch die 35 %ige Umverteilung der nationalen Mittel, die Benachteiligung der saarländischen Bauern zum Teil ausgeglichen hat.

Die Mitgliederzahlen des Bauernverbandes schrumpfen in jedem Jahr um etwa 3% und liegen heute (Stand März 2006) bei 1460. Die Landjugend hat zu diesem Zeitpunkt 131 eingetragene Mitglieder. Man hofft den durch den starken Strukturwandel zahlenmäßig immer weniger werdenden Landwirten im Saarland noch lange eine eigenständige und qualitativ hochwertige Vertretung des Berufsstands gewährleisten zu können. Denn nur ein geschlossen agierender Berufsstand kann auch etwas bewegen. Und das soll das Hauptanliegen des BVS für seine Bauern sein.

Präsidenten von 1946 bis heute:

1946-1953 Josef Kurtz
1953-1956 Johann Müller-Rau
1956 Peter Schneider
1956-1974 Hermann Steitz
1974-1999 Viktor Klein
seit 1999 Klaus Fontaine

Hauptgeschäftsführer:

1947-1949 Diplom Landwirt Meiers
1949-1959 Peter Baller
1959-1992 Norbert John
seit 1992 Hans Lauer